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Förderverein – Hardenberg-Gymnasium FürthHardenberg in Rock 2010 – Hardrock, Punk und Reggae in Perfektion
Am 18. Juni 2010 war es wieder einmal so weit: das seit über zehn Jahren stattfindende Rockevent des Hardenberg Gymnasiums ging in eine neue Runde. Für den nur geringen Unkostenbeitrag von fünf Euro wurden vier Stunden fetzige Musik von vier professionell und leidenschaftlich aufspielenden Bands geboten. Die cirka 300 Zuschauer in der Halle C des HGF waren ein tolles Publikum, das den Musikern mit Pogo-Tänzen und schweißtreibenden Jumps ein bestätigendes Feedback gab. Den Auftakt machten Insanity X. Mit harten und melodischen Riffs eröffneten sie den Abend. Ihre an amerikanischen Hardrockbands orientierte Musik war vom ersten bis zum letzen Stück voll Druck und Energie. Frontmann Charly (Gesang, Gitarre) ist der bestimmende Mittelpunkt der Band. Souverän führt er die Band (Pat: Gitarre, Gesang; Wuffi: Bass; Freddy: Schlagzeug) durch das Set. Während des Konzerts wirft die Band ihre neue CD "Neon" ins Publikum, das dieses Geschenk dankbar annimmt. Aber was soll das? Wenn Bands ihre Musik so verschenken, ist der Schritt zum Wegwerfen nicht weit. Wer kommt dann noch auf die Idee, dass man für Musik zahlen sollte? Die anderen Bands verkauften ihre CDs am Merchandising Stand. Sind das nun die Abzocker? Schade, wenn Musik Gefahr läuft, zur Wegwerfware zu verkommen. Vor zwei Monaten erschien im musikexpress das Interview "Harte Arbeit, wenig Geld" mit Frank Spilker (Die Sterne) und Peter Hein (Fehlfarben). Sie beklagen, dass das Bewusstsein geschwunden ist, dass so etwas Abstraktes wie Musik einen Geldwert darstellen kann. Gute Musik wird es auf Dauer nur dann geben, wenn Musiker zumindest ihre Unkosten decken können. Im Idealfall sollten sie auch davon leben können. Ansonsten wird die Musikszene in der Breite auf One-Hit-Wonder reduziert werden – wer will das? Die zweite Band LA Crash!!: WOW!!! Die Fangemeinde war deutlich kleiner - man fragt sich warum? Die Musik von LA Crash ist Punk, ist Trash, ist schnell, intensiv und kurz und sehr eigenständig. Was da Andrea (Gesang), Marlon (Gitarre) und Kevin (Schlagzeug) auf die Bühne zauberten, ist einfach klasse. Die Band versprüht eine Power und Authentizität, die man in der Form im weiteren Umkreis nicht kennt. Marlon entfacht mit seiner Gitarre ein Soundvolumen, das Jack White bei den White Stripes in nichts nachsteht. Und Andrea schreit ihre Texte mit einer Intensität ins Mikro, die einen erschauern lässt. Sie bietet den Zuschauern ihre Seele, sie gibt alles. Dabei tobt sie vorwärts, seitwärts und rückwärts über die Bühne, während Marlon nahezu gelassen auf zwei Quatratmetern Platz seine Gitarre bearbeitet. Da ist kein Posing, keine Effekthascherei, das ist einfach nur große Klasse, gute Musik, großer Sound. Einziger Wermutstropfen des Auftritts: die neu erschienene EP "Penetration Station" gab es nicht wie angekündigt am Merchandising Stand. Da bleibt nur die Bestellung über den Shop bei zero2. Die dritte Band des Abends waren Avertine. Sie klangen leicht (und wohltuend) anders als auf ihrer neuen CD "Vanity & Pride". Ich glaube, dass man das Rammstein-Kehle-Gebrülle nicht wirklich braucht. Avertine hatte eine große Fangemeinde mitgebracht. Nicht wenige trugen ein Avertine-T-Shirt. Gesanglich wechselten sich Marius und Miguel (Gitarre und Gesang) ab und ergänzten sich ohne die martialische Rammstein-Attitüde hervorragend. Avertine (neben Marius und Miguel sind da noch Matt am Schlagzeug, Flo am Bass und Alex an der Gitarre) spielte ebenfalls amerikanisch angehauchten Hardrock, den sie mit viel Posing unterstrichen. Bei allen musikalischen Höhepunkten standen sie gemeinsam am Bühnenrand und heizten dem Publikum gewaltig ein, das die gegebenen Impulse dankbar aufnahm. Den Abschluss des Rockevents bildeten Megaphon – und das zu Recht. Mit ihrer Mischung aus Reggae, Rap und Hip Hop sind sie die Rhythmus-Spezialisten des Abends und die Common-Sense-Träger schlechthin. Die beiden Sänger Kozinus und Pat Degree wissen, wie man ein erschöpftes Publikum nochmal aus der Reserve lockt und zu Höchstleistungen anspornt. Da wird geklatscht, auf Anweisung in die Hocke gagangen, um gleich darauf in die Höhe zu springen. Eastwood am Bass mit dem Bowler-Hat ist schelmisch abgeklärt, Locomotive Pete an der Gitarre spielt unauffällig aber routiniert, Hodde an den Keyboards verliert ein wenig im Hintergrund an Einfluss, Lukki Lion am Schlagzeug beherrscht alle Rhythmen perfekt und Beat-Jo scratcht am Plattenteller. Die Zuschauer hätten gerne noch weitere Zugaben gehabt, aber die Regeln der Schule ließen das leider nicht zu. Die CD "Bassphemie" gab es übrigens auch vor Ort zu kaufen – nicht geschenkt! Hardenberg in Rock 2010 war wieder ein voller Erfolg - perfekt organisiert von Karin Wels und dem Projektteam des P-Seminars "Veranstaltungs- und Eventmanagement". Angefangen von der professionellen Einlasskontrolle (die Moldex-Ohrstöpsel "soft" hat aber hoffentlich keiner gebraucht), über das Catering bis zur tollen Lightshow und zum perfekten Sound des Abends. Schule ist heute wirklich anders als früher. Da mussten Bands in Klassenzimmern mit eigenen Verstärkern spielen. Bei ganz besonderen Anlässen gab es auch mal eine selbstgezimmerte Bühne im Pausehof. Die Qualität der Bands – kein Vergleich. Hardenberg in Rock 2011? Ein Muss!
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| Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. Juni 2010 um 18:34 Uhr |





