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Förderverein – Hardenberg-Gymnasium Fürth

Theater  – Der Weltuntergang nach Jura Soyfer

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Und wenn morgen die Welt untergeht, werde ich mir heute noch eine Theateraufführung am Hardenberg ansehen.

Besorgt war ich zunächst ob der Schwere des Stückes, das ganz im Kontext des persönlichen Weltunterganges des Autors Jura Soyfer steht, dem er mit nur 27 Jahren im KZ Buchenwald entgegenging. Das Stück wurde nur einmal aufgeführt und dann sofort verboten, was - literarisch eher mittelmäßig - seine politische Brisanz zur damaligen Zeit überdeutlich macht. Unweigerlich stellt sich die Frage, ob Respekt und Demut hier nicht dem Schultheater Grenzen setzten.

Seminarleiterin Birgit Grasser und ihr Ensemble haben mir die Sorge und dem Stück die Schwere genommen. Mit viel Spielwitz und einem Potpourri an szenischen Einfällen haben sie sich das Stück zu eigen gemacht, in die heutige Zeit projiziert und das Thema des Stückes, die Ignoranz der Menschheit angesichts eines unmittelbar bevorstehenden Weltunterganges, neu interpretiert. Was dabei besonders gefällt ist, dass die Schülerinnen und Schüler nicht einfach den Zeigefinger heben, sondern in ihrer Darstellung menschliches Verhalten mal mit dem Ernst von Wissenschaftlern und Selbstmördern, mal mit einem gerüttelt Maß an Selbstironie spiegeln. So spielen sie das Stück dem Ende zu, das sie wieder mit Jura Soyfer zusammenbringt: Der Komet, der vom Rat der Planeten bestimmt ist, die Erde untergehen zu lassen, verschont sie. Er hat sich in die Erde und ihre Menschen verliebt.

Mit dem lang anhaltende Applaus, den die Zuschauer am Ende der Aufführung zollen, drücken sie auch aus, dass sie nach dem, was in den vorausgegangenen eineinhalb Stunden gezeigt wurde, - nein, nicht was, sondern wie es gezeigt wurde, den Kometen herzlich gut verstehen können.

Aufbauendes Theater angesichts täglicher Katastrophen, die sich ereignen, auch ohne, dass die Welt untergeht. Eine sehr sympathische Leistung! Dass diese Passung gelingen konnte, ist der Regie, der kreativen Umsetzung und, das hatte Birgit Grasser bereits in ihren, die Aufführung einleitenden Worten hervorgehoben, den Textbeiträgen der Schülerin Anna Matthey zu verdanken.

Ein Schuljahr lang wurde im Grundkurs Dramatisches Gestalten konzentriert auf die Aufführung hingearbeitet und nebenher noch Plakat, Internetauftritt, Probenfotos, Eintrittskarten und Programmheft gestaltet.

Dass Licht und Ton bei der Aufführung wieder auf den Punkt gestimmt haben, ist, fast schon müßig zu erwähnen, dem P-Seminar Technik und seiner Leiterin Karin Wels zu verdanken - diesmal mit seinem Newcomer am Verfolger.

Ursula Berti

"Der Weltungergang" nach Jura Soyfer - Ein Werkstattbericht von Anna Matthey

"Der Weltuntergang" anno 2010 - FN, 22.07.2010 (pdf)

 

                                          Fotos Simon Kinkelin / Ursula Berti

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 06. November 2010 um 20:57 Uhr