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Förderverein - Hardenberg-Gymnasium Fürth

Ideen und Wünsche - Der Lehrerwunsch des Monats August 2009

Das Interview

 

Der Lehrerwunsch des Monats - das Interview mit Studienrätin Birgit Grasser

 

Hallo Frau Grasser, Sie sind gerade aus dem Urlaub zurückgekommen. Wollen Sie uns verraten, wo Sie den Urlaub verbracht haben?

Frau GrasserWir waren zweieinhalb Wochen auf Island.

Die Ferien gehen in das letzte Drittel. Was überwiegt im Moment bei Ihnen – die sicher noch frischen Urlaubseindrücke oder schon die Gedanken an das neue Schuljahr?

Was überwiegt, kann ich nicht recht sagen, die Gedanken mischen sich. Der Urlaub war großartig, ich fühle mich richtig gut erholt und ausgeglichen und hoffe, davon etwas ins neue Schuljahr mitnehmen zu können. An die Schule denke ich natürlich auch - gerade für die neue G8-Oberstufe muss man schon Vorlaufzeit einplanen.

Für Schüler ist der erste Schultag immer eine spannende Angelegenheit. Wie dürfen wir uns das für Lehrerinnen und Lehrer vorstellen? Wann erfahren Sie beispielsweise, welche Klassen Sie unterrichten werden oder wie Ihr Stundenplan aussehen wird?

Für mich sind Klassenverteilung und Stundenplan immer noch spannend, ich finde die Situation auch vergleichbar mit der während meiner eigenen Schulzeit, als am ersten Schultag Lehrkräfte und die Belegung der Stunden verkündet wurden. Meistens können wir nach dem Stundenplan schon am Ende der letzten Ferienwoche fragen, damit man sich ein wenig besser auf den Beginn der Schulzeit einstellen kann. Auch nach der Klassenverteilung können wir uns vorab erkundigen.

Gibt es eine Art Ritual, mit dem Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen in das neue Schuljahr starten, noch bevor der eigentliche Schulbetrieb beginnt? Kommt da auch so etwas wie Silvesterstimmung auf, und man fasst gute Vorsätze für das neue Jahr?

Ja, ich meine, ein neues Schuljahr ist tatsächlich mit dem Jahreswechsel im Kalender zu vergleichen. Ich sehe diese Tatsache als äußerst positiv an, man kann wirklich jedes Jahr aufs Neue von vorne beginnen, Vorsätze fassen, Altes hinter sich lassen. Ich empfinde es als angenehm, mit allen zusammen neu anzufangen. Das Kollegium trifft sich immer schon am Montag in der ersten Schulwoche zur ersten Konferenz. Hier wird viel Organisatorisches bekannt gegeben, auch vieles, worüber am nächsten Tag die Schülerinnen und Schüler informiert werden. Ich mag die Stimmung an diesem Tag, man ist gelöst und gut erholt, freut sich, alle wiederzusehen und wünscht sich gegenseitig einen guten Anfang.

Wie viele neue Schuljahre haben Sie am Hardenberg-Gymnasium schon erlebt, d.h., wie lange sind Sie schon an der Schule? Und für alle die Sie noch nicht kennen gefragt – welche Fächer unterrichten Sie?

Ich war am Hardenberg-Gymnasium im Referendariat von 2003-2005, hatte meine erste feste Stelle dann in Eichstätt, von wo aus ich mich hierher zurückbeworben habe. Seit September 2006 bin ich wieder in Fürth. Ich unterrichte Deutsch, Englisch, Darstellendes Spiel und Ethik.

Können Sie sich noch an die Situation erinnern, in der Sie zum ersten Mal die Vorstellung hatten, Lehrerin werden zu wollen?

An eine konkrete Situation kann ich mich nicht erinnern. Ich bin früher wirklich gerne zur Schule gegangen und hatte in der Oberstufe in vielen Fächern sehr gute Lehrer, vor allem in den Leistungskursen. Sehr wahrscheinlich hat mich das geprägt.

Was macht Ihnen nach einigen Jahren Berufserfahrung die meiste Freude an Ihrem Beruf und was zeichnet, Ihrer Meinung nach, eine guten Lehrer, eine gute Lehrerin aus?

Auch hier kann ich keine einzelne Situation benennen. Am Fach Deutsch gefällt mir, dass im Unterricht oft persönliche Meinungen, Wünsche, Überlegungen, also im Grunde die ganze Persönlichkeit eingebracht werden können, Ähnliches gilt für Ethik und Theater. Im Fach Englisch finde ich es besonders in der Unterstufe schön, den Lernfortschritt von Kindern innerhalb eines Jahres beobachten zu können. Wenn Fünftklässler am Ende des Schuljahres schon kleine Briefe schreiben können, freut man sich richtig mit. Toll ist auch, dass der Beruf soviel Abwechslung bringt. Kein Schuljahr gleicht dem anderen, Klassen sind sehr verschieden, bestimmte Lehrplanthemen bieten die Möglichkeit, aktuelle Themen aufzugreifen.

Gute Lehrkräfte haben meines Erachtens die Fähigkeit, eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, in der sich alle wohlfühlen, sie können auch einmal zuhören und sich zurücknehmen, sie erkennen Schwierigkeiten, sie versuchen im Unterricht, die eigene Freude am Fach weiterzugeben, sie werden auf Grund Ihres Wesens respektiert, sie bemühen sich um Fairness...die Liste wäre bestimmt noch um etliche Punkte zu ergänzen...

Was gefällt Ihnen am Hardenberg-Gymnasium besonders gut?

Mir gefallen vor allem die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit im Kollegium. Als neulich mein Auto kaputt war, kamen gleich mehrere Kolleginnen von sich aus auf mich zu und boten mir an, mich mitzunehmen und meinetwegen sogar früher zu kommen oder länger zu bleiben - das hat mich sehr gefreut. Innerhalb der Fachschaften hilft man sich auch immer gegenseitig sehr bereitwillig mit Materialien und Tipps, wenn jemand eine Frage hat. Kurzum, die Atmosphäre ist wirklich gut. An unseren Schülern und deren Eltern gefällt mir, dass man - auch wenn eine Angelegenheit einmal etwas unliebsam sein sollte - sehr gut miteinander reden kann.

Gibt es etwas, von dem Sie meinen, dass es die Arbeit an der Schule noch besser unterstützen würde? Und – um zum Thema unserer Rubrik zu kommen – welchen Wunsch verbinden Sie damit?

Mein Traum wäre ein eigener Theaterraum mit Bühne, in dem man proben, aufführen und einen Fundus anlegen kann (nicht nur die Theatergruppe, sondern etwa auch Klassen, die Dramen szenisch umsetzen). Die Turnhalle C ist großartig und hat sehr viel Charme, sie ist aber leider sehr oft mit Sportklassen belegt und man kann Requisiten und Kostüme nicht lagern.

Frau Grasser, wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen Ihnen einen guten Anfang, dem –  das wäre schön – der fast schon sprichwörtliche Zauber innewohnt.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 29. September 2009 um 17:06 Uhr