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Förderverein– Hardenberg-Gymnasium FürthIdeen und Wünsche – Der Lehrerwunsch des Monats Februar 2010Das Interview
Der Lehrerwunsch des Monats – das Interview mit Oberstudienrätin Karin Dietz
Hallo Frau Dietz, in wenigen Tagen werden die Zwischenzeugnisse verteilt. Haben Sie schon alle Noten und Zeugnisbemerkungen unter Dach und Fach?
Zu meiner Schulzeit war vor der Zeugnisvergabe das Spektrum an Gefühlen unter den Schülern weit gestreut. Von freudiger Erwartung, über Gelassenheit, bis hin zur regelrechten Angst vor dem Scheitern und den Eltern. Wie haben Sie als Schülerin Zeugnisse erlebt? Da ich immer einer gute bis sehr gute Schülerin war hatte ich nie Angst vor dem Zeugnistermin. Belohnungen gab es zwar keine, aber die Ergebnisse waren schon immer ein Grund zum Feiern. Ist unter Schülern generell die Angst vor den Noten nach Ihrer Erfahrung in den letzten Jahren größer geworden? Ist sie heute vorrangig dem individuellen Umgang mit dem schulischen Urteil oder mehr einem zunehmenden gesellschaftlichen Druck geschuldet? Es stimmt schon, dass den Noten heutzutage eine große Bedeutung zukommt. Das liegt sicher auch daran, dass sie über den beruflichen Werdegang und damit auch über die finanzielle Absicherung entscheiden können, was in Zeiten zunehmender Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Krisen ein besonderes Gewicht bekommt. Zum individuellen Umgang der Schüler und Schülerinnen mit Zensuren gilt festzuhalten, dass Selbsteinschätzung und die Beurteilung durch die Lehrkraft sich gelegentlich stark unterscheiden, was leicht in gegenseitige Schuldzuweisungen münden kann, meistens aber doch eine gewisse Übereinstimmung vorliegt. Problematisch wird es meiner Ansicht nach, wenn der berechtigte Wunsch der Eltern, ihrem Kind die bestmöglichste Schulbildung zukommen zu lassen, zu einer Überforderung bis hin zum Schulversagen führt. Sie unterrichten neben Mathematik auch Religionslehre. In der Bibel steht: "Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten". Finden Sie, dass es Lehrer leicht haben, ein richtiges Zeugnis über ihre Schülerinnen und Schüler abzulegen? Es kommt darauf an, was Sie unter einem richtigen Zeugnis verstehen. Ich denke, die Einschätzung der Schülerleistungen gelingt uns schon ziemlich gut, sei es durch differenzierende schriftliche Arbeiten, sei es durch die Beurteilung der Unterrichtsbeiträge usw. Bedauerlich finde ich allerdings, dass die Entwicklung der Schülerpersönlichkeit oder auch das, was der/die Einzelne aus seinen/ihren Begabungen und Fähigkeiten macht, zu wenig bei der Notengebung berücksichtigt werden kann. Und durch das viele Prüfen, Testen, Beurteilen usw. geht Zeit verloren, die in der Vermittlung von Unterrichtsinhalten sinnvoller angelegt wäre. Aus diesem Grund möchte ich noch einmal an das mehr denn je aktuelle Motto erinnern, das wir vom Schülerbibelkreis „Neue Generation“ letztes Jahr zum Zwischenzeugnis ausgegeben haben: „Du bist mehr als der Durchschnitt Deiner Noten“ sollte deutlich machen, dass wir Schüler und Schülerinnen eben nicht auf ihre schulischen Leistungen reduzieren dürfen, sondern die ganze Person im Blick haben sollten und dass jeder Mensch seinen berechtigten Platz in unserer Gesellschaft hat und auf seine ganz spezielle Weise besonders und wertvoll ist. Sie haben gerade den Bibelkreis für glaubensinteressierte Schülerinnen und Schüler angesprochen, der sich regelmäßig trifft. Wer ist eingeladen und wie gelingt es Ihnen dort Gott und die Welt zusammen zu bringen? Dieses Angebot – aktueller Termin ist montags von 13.00 bis 13.45 Uhr im Religionszimmer 203 – richtet sich an alle SchülerInnen und auch KollegInnen, die abseits von Schulstress, Noten- und Lehrplandruck über Gott und die Welt reden wollen. Das Spektrum reicht von Gesprächen über aktuelle Probleme über Auseinandersetzung mit biblischen und anderen spannenenden Texten bis hin zur Gestaltung von Andachten und Gottesdiensten, nicht zu vergessen das gemeinsame Gebet und Singen. Dabei freuen wir uns immer über neue Gesichter, denn dadurch kommen neue Gedanken und Ideen. Es besteht auch keine Verpflichtung, jede Woche dabei zu sein, wenn man einmal vorbeigeschaut hat. Sicher ist es nicht einfach unter dem Eindruck der Schulzeitverkürzung durch das G8 und inmitten des quirligen Schulalltags Raum und Zeit für Andacht zu finden? Es stimmt, durch die vollen Stundenpläne ist es schon schwierig, einen gemeinsamen Termin zu finden, zu dem wir uns wöchentlich treffen können und die 45 Minuten sind eigentlich immer zu wenig, so dass wir Schwerpunkte setzen müssen. Macht Ihnen die Arbeit Spaß? Was sind Ihre nächsten Vorhaben? Trotz zunehmender Bürokratie und Belastung durch zusätzliche Aufgaben bin ich nach wie vor sehr gerne Lehrerin, weil es mir immer noch sehr große Freude macht, die Inhalte meiner beiden Fächer jungen Menschen zu vermitteln. Und gerade die Kombination aus Mathematik und Religionslehre halte ich für besonders reizvoll. Neben dem Unterricht beschäftigen mich einige recht unterschiedliche Projekte: Der bereits erwähnte Schülerbibelkreis, aber auch die Pflege des Schulteiches – nicht nur für mich eine Oase der Ruhe und Entspannung - und die Förderung des Interesses der SchülerInnen für die Mathematik jenseits des Schulalltags, d.h. für die Teilnahme an verschiedenen Mathe-Wettbewerben, außerdem versuche ich mich gerade an der Neugestaltung und Aktualisierung unserer Schulhomepage, um nur die wesentlichsten Aufgaben zu nennen, die ich mir vorgenommen habe. Welchen Wunsch haben Sie, dessen Erfüllung Sie persönlich und für die Schule freuen würde? Ich möchte meinen Wunsch zweigeteilt formulieren: Auf der materiellen Ebene wäre es schön, wenn unsere „Kapelle“, das Religionszimmer, renoviert werden würde, damit es auch optisch einladend wirkt. Ein Klavier, das quasi vom Himmel gefallen ist, haben wir ja schon, aber ein neuer Schrank und etwas Farbe an den Wänden würden nicht schaden. Noch viel wesentlicher erscheint mir aber die ideelle Dimension, nämlich dass wir gerade in den immer hektischer werdenden Zeiten durch unseren Umgang miteinander ein Zeichen setzen sollten für mehr Gelassenheit und gegenseitige Wertschätzung. Frau Dietz, wir bedanken uns sehr herzlich für dieses Gespräch! |
| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 01. August 2010 um 10:31 Uhr |








Bemerkungen muss ich keine schreiben, weil ich in diesem Schuljahr keine Klassleitung habe und die Noten sind bereits seit letzter Woche eingetragen. Allerdings handelt es sich beim Zwischenzeugnis ja nur um eine Art Zwischenbericht, insofern bin ich schon wieder dabei, neue Noten zu machen.