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Förderverein - Hardenberg-Gymnasium Fürth

Projekte - Der Schulgarten

Wie das schlafende Dornröschen erweckt wurde, oder wie der alte Schulgarten neu erstand (2006-2009)

 

von Herrn Studienrat Markus Pietsch 

SchulgartenWenn man eines über das Langzeitprojekt „Schulgarten“ sagen kann, dann dass es ein Bilderbuchprojekt war. Nicht nur, weil das Ergebnis bisher bildhübsch geworden ist, finden wir, die Beteiligten, sondern auch, weil das Projekt bewiesen hat, was Schulleben alles möglich macht, wenn sich nur alle Beteiligten engagiert einbringen.

An dieser Stelle möchte ich allen, die bisher mitgeholfen haben, den Schulgarten aus seinem Dauerschlaf zu wecken, meinen Dank und meine Bewunderung für die Stunden harter Arbeit aussprechen, die geleistet wurden. Mir als Projektleiter bleibt der Stolz auf die geleistete Arbeit und die Genugtuung, dass das Wort Projekt nicht nur eine leere Worthülse war, sondern von uns mit Leben gefüllt werden konnte. Alle haben bis hierher zusammengeholfen und viel erreicht: angefangen von der Schulleitung, über den Elternbeirat, den Förderverein und die Schüler und Lehrer.

Aber beginnen wir am Anfang. 

Der Projektbeginn 

Schulgarten_vorherDabei deutete zu Projektbeginn noch nichts darauf hin, dass die Umgestaltung ein solch großartiger Erfolg werden würde. Die Vorzeichen standen zunächst denkbar schlecht, es gab kein Budget für das Projekt und als einzige Zusagen standen das Versprechen der Schulleitung im Raum, alle benötigten Lehrer und Schüler in der letzten Schulwoche des Schuljahres 2006/07 für das Projekt vom Unterricht freizustellen und die Zusage des Elternbeirats uns personell und nötigenfalls auch finanziell zu unterstützen. Bei den ersten Ortsbegehungen wurde sofort klar, dass der zukünftige Schulgarten nicht leicht zu bekommen sein würde und jede Menge Zeit in Anspruch nehmen würde. Die nachfolgen Bilder können vielleicht einen ungefähren Eindruck vom Schulgarten vor der Umgestaltung geben.

Und so begann das Unternehmen. Auf Anfrage erklärten sich zunächst etliche Lehrer bereit, mich bei der Projektdurchführung zu unterstützen. Den Kolleginnen Grasser und Dietz sowie den Kollegen Klein und Zwick gebührt an dieser Stelle die namentliche Erwähnung, weil sie ihre Freizeit und Energie in den Schulgarten gesteckt haben.

Das Nutzungskonzept 

Der nächste Schritt bestand darin, ein Nutzungskonzept zu entwickeln, welches auch zum nicht vorhandenen Budget passte. Freundlicherweise unterstützte uns hierbei die Fachschaft Kunst tatkräftig, denn sie hatte bereits in den Vorjahren die Wünsche und Vorschläge der Schülerschaft gesammelt und systematisiert. Diesen Wünschen ließen sich folgende realisierbare Eckpunkte entnehmen: 

Wünsche der Schüler 

  • Wasser sollte in einem „neu“ anzulegenden Schulgarten ein wesentliches gestalterisches Element sein.
  • Die Schüler wünschten sich zudem eine variabel nutzbare Freifläche für Sitzgelegenheiten oder ein "Grünes Klassenzimmer“.
  • Zuletzt wünschten sich die Schüler noch eine „Feuerstelle“. 

Wünsche der Lehrer 

Auch die Lehrerschaft wurde nach Ihren Wünschen und Anregungen befragt und äußerte zwei wesentliche Anregungen:

  • Zum Einen sollte der Weg vom Schulgartentor zum Schulgebäude befestigt werden
  • Zum Anderen mahnten sich die Lehrer Fahrradständer ein, um ihre Gefährte adäquat abstellen zu können. 

Ein Opa und passionierter Landschaftsgärtner berät 

Nachdem diese ersten, einleitenden Schritte getan waren, machten sich die Lehrer auf, Schüler für die Durchführung des Projektes zu gewinnen. Es gelang uns die Klasse 11bw und etliche Schüler der Unterstufe für das Projekt zu begeistern. Mit einem pensionierten aber passionierten Landschaftsgärtner, dem Opa eines der Unterstufen-Schüler, berieten wir uns, welche Bäume und Sträucher wie auszuschneiden seien. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle, dass uns unser stellvertretender Schulleiter immer wieder mit Rat und Tat zu Seite stand und uns immer dann aufmunterte und sein Wissen mit uns teilte, wenn wir nicht mehr weiter wussten. 

Die Unterstützung durch die Stadt Fürth 

Mittlerweile war es April geworden im Frankenland. Auf der Suche nach finanziellen Zuschüssen für unser Projekt wandten wir uns an den Sachaufwandsträger des Hardenberg-Gymnasiums, die Stadt Fürth. Dort wurden wir an das zuständige Grünflächenamt der Stadt verwiesen und vereinbarten ein erstes Sondierungsgespräch. Im Verlauf dieses Gespräches verpflichtete sich die Stadt Fürth dazu, den oben bereits erwähnten Weg zwischen Schultor und Schulgebäude, sowie Wege im Schulgarten anzulegen. Arbeitsvorbereitend vermisst das Grünflächenamt Mitte Juni den Schulgarten, um den erforderlichen Materialbedarf zu ermitteln. 

Ausschneiden von Bäumen und Sträuchern Schulgarten - Ausschneiden von Bäumen und Sträuchern

 Im Juni schreitet die gesamte Projektgruppe insgesamt zwei Mal zur Tat und beginnt mit dem Ausschneiden der Bäume und Sträucher im Schulgarten. Weder Mensch noch Material werden bei dieser Aktion geschont. Insbesondere die Schüler der Klasse 11b, langen tatkräftig zu. Dabei wird schnell klar, dass die abzutransportierende Biomasse ein ernstes Problem darstellen würde. Nach etlichen Telefonaten und Gesprächen wird aber auch hier eine Lösung gefunden, Eltern und Lehrer stellen ihre Autos samt Anhängern zur Verfügung, um die anfallende Biomasse fachgerecht auf einer Deponie zu entsorgen.

 

Der Förderverein beteiligt sich 

Anfang Juli bietet der Förderverein des Hardenberg-Gymnasiums, auf Initiative des Elternbeirates, seine finanzielle Unterstützung an. Unser Projekt wird mit 1.000,- € unterstützt. Der Schulgarten ist mittlerweile viel lichter geworden und von Abfällen und Schrott gereinigt worden. Wir erkennen ihn schon jetzt kaum wieder.

 

 

Die Hauptarbeiten beginnen 

In der letzten Schulwoche vor den Sommerferien trifft sich das gesamte Projektteam, um die Hauptarbeiten in Angriff zu nehmen. In deren Verlauf wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • die gewünschten Fahrradständer für Lehrkräfte werden errichtet,
  • der Schulteich wird abgelassen, gereinigt und neu angelegt,
  • ein Hochbeet für Pflanzungen wird angelegt,
  • ein vorhandener Komposthaufen wird abgetragen,
  • ein Schuppen wird wieder hergestellt – in ihm sollen später einmal Sitz-garnituren für das „Grüne Klassenzimmer“ Schulgarten - Teichgelagert werden
  • eine Grube wird ausgehoben, damit dort später einmal eine Freifläche gepflastert werden kann.  

Das Werk in Zahlen 

Insgesamt leisten Lehrer und Schüler im Verlauf des Projektes ca. 760 Mannstunden bewegen ca. 45 Tonnen Erdreich und deponierten ca. 35qm Biomasse. Unterstützt und verpflegt wird das Team in dieser Zeit von der Familie Wien, welche uns fortwährend umsorgt. Vielen Dank! Ein großes Kompliment gebührt aber den Schülerinnen und Schülern der Klasse 11bw, welche im Verlauf der Projektwoche ihre privaten Termine und Bedürfnisse hinten angestellt haben und stets so lange geschuftet haben, bis auch der letzte Spatenstich getan war und bis das letzte Problem gelöst war. Dafür wurden Termine verschoben oder sogar ganz abgesagt. Ihr wart toll! Auch die beiden Hausmeister unserer Schule müssen an dieser Stelle erwähnt werden, weil auch sie uns im Verlauf der letzten Schulwoche mit Rat und Tat unterstützt haben und manche Unachtsamkeit wieder ausgebügelt haben. Vielen Dank! Festgehalten werden soll aber auch, die Leistung der Lehrer, die unermüdlich planten, antrieben und als Vorbilder fungierten um müde Schüler erneut zu motivieren. Auch ihnen gebührt Dank und Anerkennung! 

Der Schulgarten bekommt Wege und Pflaster 

Fertig war der Schulgarten deswegen aber noch lange nicht. Noch fehlten ja das Pflaster und die Gehwege. Folglich trat das Projekt ab Ende August in eine weitere entscheidende Phase. Das Grünflächenamt der Stadt Fürth legte, wie versprochen, die Wege im Schulgarten an und unsere beiden Hausmeister pflasterten in ihrer Freizeit ab Mitte September, die Freifläche im Schulgarten.

 

Schulgarten - Weg vorher und nachher 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

Ein Jahr ist vergangen 

Gegen Ende des Schuljahres 2007/08 trafen sich wieder einmal Schüler (AK Architektur) und Lehrer (das erprobte Team plus Frau Popp) im Schulgarten des Hardenberg-Gymnasiums, um sich seiner Verschönerung zu widmen. Erster Tätigkeitsbereich war die intensive Grundreinigung des Schulgartens. Diese war notwendig geworden, da unser Schulgarten fortwährend als Müllplatz für Bier- und Schnapsflaschen, für Insulinspritzen und als Toilette verwendet wird. Gegenstände werden einfach über den Zaun oder die Mauer geworfen. Ihre Splitter und sonstigen Überbleibsel sind ein steter „Quell der Freude“ für uns. Im Anschluss an die Reinigung lichteten wir tote Gehölze im Schulgarten aus, errichteten einen Mülleimer, setzten zehn kleine Zierfische in den Teich des Schulgartens ein und verwandelten eine alte Zinkbadewanne in einen Pflanztrog. Diesen gruben wir in einer Ecke des Schulgartens ein, und begannen im Anschluss daran unsere „Aufforstungspläne“ in die Tat umzusetzen. 

Geld wird grün und blüht 

Schulgarten - Lavendel

Dank einer finanziellen Spritze des Fördervereins der Schule in Höhe von 500,-€ sahen wir uns in die Lage versetzt, dem Schulgarten neues Grün zuzuführen. Im Rahmen dieser ersten Pflanzaktion wurden folgende Pflanzungen realisiert:
Zwei verwaiste Pflanztröge aus Beton wurden mit Lavendel und Rosensträuchern bepflanzt.

Die Bepflanzung am Fuße der Turnhalle C wurde um eine Clematis und einen Flieder erweitert. Die Kollegin Frau Brackemeier errichtet zusammen mit ihrer Klasse eine Kräuterspirale, welche sie im Anschluss auch gleich bestückte. Das letzte, von ehemals vier existierenden Hochbeten im Schulgarten, wurde durch die Ansaht von Sonnenblumen verschönert und die steinerne Umfassung des Schulgartens, welche an die Dr. Beeg Straße grenzt, wurde um einen Fliederbusch und einer Felsenbirne bereichert. An diesem Punkt beschlossen wir die Pflanzaktion im Schulgarten erst einmal auszusetzen und das Abklingen der Hitzeperiode abzuwarten. Wir waren uns nicht sicher, ob die Pflanzen der sengenden Hitze würden Stand halten können. 

Die Sommerferien 

SchulgartenErwähnenswert ist auch noch, dass mehrere Kolleginnen und Kollegen in den ersten Tagen der Sommerferien zum Gießen der frisch angepflanzten Bäume, Sträucher und Stauden in den Schulgarten kamen. Dank der Geldspende des Fördervereins konnte ein 20-Meter Schlauchsystem erworben werden, welches fortan beim Gießen gute Dienste leistete. 

Herbst und Winter sind vorbei, es ist Frühling geworden - ein Pflanzplan entsteht 

Zum Glück, wie sich zum Frühjahresbeginn 2009 herausstellte, haben alle Pflanzen überlebt und bereichern unseren Schulgarten. Die im Schulgarten gärtelnden Kolleginnen und Kollegen setzten sich zusammen und erstellten einen detaillierten Pflanzplan, welcher im Anschluss daran an die Baumschule Dauchenbeck übermittelt wurde. Mit einem Fax wurden dort die Pflanzen für den zweiten Teil der Pflanzaktion bestellt. Am 7. April trafen sich dann die Kolleginnen Dietz, Grasser, Popp, Brackemeier und der Kollege Pietsch im Schulgarten, um die bestellten Pflanzen an ihren jeweiligen Bestimmungsorten im Schulgarten in die Erde einzugraben. Unser Pflanzenensemble im Schulgarten wurde dabei um zahlreiche Gräser und Stauden, eine Kornelkirsche, eine Rankrose, und ein Sanddornpärchen erweitert. Unsere als Pflanztrog getarnte Badewanne ist mittlerweile ebenfalls mit Stauden bestückt und fügt sich prächtig in das Gesamtbild ein. 

Der grüne Klassenzimmer ist fertig 

Jetzt ist der Schulgarten erst einmal fertig. Wir, die Schulgemeinde, freuen uns auf das weitere Frühjahr und den Sommer, damit wir unser „Grünes Klassenzimmer“ endlich einmal einweihen können.

Schulgarten - Grünes Klassenzimmer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Ausblick 

Tja, nachdem soviel bereits geschehen ist, wie soll es weitergehen? Die weiteren  Verantwortlichkeiten für den Schulgarten müssten dringend einmal geklärt werden. Auch wetterfeste Sitzgelegenheiten wären einmal eine Anschaffung, beziehungsweise eines Gedankens wert. Das Stück des Schulgartens, welches von einem Zaun begrenzt wird, sollte statt dessen von einer hohen Mauer, statt von einem Zaun umgrenzt werden, um zu verhindern, dass der liebevoll hergerichtete Schulgarten permanent als Mülldepot missbraucht wird. Auch ein Zeltdach wäre sehr gut vorstellbar.

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 21. August 2009 um 23:23 Uhr