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Förderverein – Hardenberg-Gymnasium FürthStreitschlichterprogrammkommentiert von Ursula Berti "Nicht jene die streiten sind zu fürchten, sondern jene die ausweichen" hat mir vor langen Jahren jemand ins Poesiealbum geschrieben. Noch heute finde ich diesen Satz, der so scheinbar verkehrt daher kommt, richtig, wenn ich jemanden sich vor einem Streit davon stehlen sehe – seiner Macht oder seiner Ohnmacht gewiss, bequem oder schlicht gleichgültig. Nein, gemeint ist nicht der Streit, der bösartig und zersetzend ist, der den einen das Gesicht oder noch viel mehr verlieren und den anderen darüber triumphieren lässt. Gemeint ist der Streit, der Standpunkte und Motive klärt, indem er sie zur Sprache bringt. Streit der "mündig" macht. In dem Lösungen und neue Ideen errungen werden. In dem die schlechteren Argumente durch das Sieb der Einsicht fallen und die besseren Argumente als gemeinsamer Gewinn übrig bleiben.
Der Weg dahin ist nicht selbstverständlich, weil Streit nun einmal selten auf der intellektuellen Spielwiese entsteht, sondern meist direkt aus dem Bauch heraus. Unter starker emotionaler Beteiligung, begleitet von Gefühlen, die oft genauso heftig unschön sind, wie sie sich entladen wollen. Gefühle haben immer auf ihre Weise Recht – ob uns das genehm ist oder nicht. In den besseren Fällen entsteht daraus das sprichwörtliche Gewitter, das die Luft reinigt. In den schlechteren Fällen wird sprichwörtlich bis aufs Messer gekämpft und viel Blut gelassen. In den schlimmsten Fällen im tatsächlichen Sinn... Dementgegen ist konstruktiv streiten zu lernen eine kulturelle Leistung, in der sich zu üben, man gar nicht früh genug beginnen kann. So verstehe ich das Streitschlichterprogramm, das aktuell an der Schule etabliert wird. Freiwillige aus der neunten und zehnten Jahrgangsstufe haben inzwischen an einer zweitägigen initialen Schulung teilgenommen. Als so genannte Streitschlichter können sie zukünftig von Mitschülerinnen und Mitschülern zur Unterstützung bei der Klärung und Beilegung von Streitigkeiten angefragt werden. Begleitet wird das Programm von erfahrenen Pädagoginnen und Pädagogen an der Schule. Im konkreten Fall erfolgt die Streitschlichtung nach einem klar strukturierten Fünf-Phasen-Plan. Über das strukurierte Vorgehen hinaus wird in den Gesprächen eine Achtsamkeit für den eigenen Standpunkt, die eigenen Bedürfnisse und die des anderen gepflegt. Das tut dem einzelnen genauso gut, wie auf längere Sicht dem gesamten Miteinander an der Schule. Ich wünsche den Streitschlichtern und Streitenden viel Erfolg: Nicht, dass es an der Schule keinen Streit mehr gibt, sondern, dass keiner mehr Streit fürchten muss. Es braucht keine Harmonie ohne Konflikte, sondern eine Harmonie, die ihre Konflikte aushält. Bild: Impressionen aus dem Workshop
Die fünf Phasen der Streitschlichtung:
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| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 17. Januar 2010 um 21:19 Uhr | ||||||||||








Streiten lernen heißt nicht zum betonköpfigen Streithansel zu werden, sondern durch die Klärung des eigenen Standpunktes die innere Wendigkeit zu schaffen, die so artistische Leistungen wie Fünfe gerade sein zu lassen oder über den eigenen Schatten zu springen erst erlaubt. Und glücklich darf sich schätzen, wer es schon einmal als Lust erfahren hat, sich in einem Streit dem zwanglosen Zwang des besseren Argumentes zu unterwerfen.

