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Förderverein - Hardenberg-Gymnasium FürthVeranstaltungen - Treffen des Abiturjahrgangs 1969 / Klasse 13c
Die Ehemaligen aus der Klasse 13c haben 1969 Abitur gemacht. Das Jahr in dem die Schrecken des Vietnamkrieges bereits kulminiert waren, Jugend begonnen hatte aufzubegehren und auf dem Woodstockfestival Janis Joplin und Jimi Hendrix zu Legenden wurden. Die Beatles gaben ihr letztes gemeinsames Konzert in London und mit Apollo 11 landete die erste bemannte Raumkapsel auf dem Mond. Während Willy Brandt Bundeskanzler wurde, ging am Fürther Hardenberg-Gymnasium der damalige Direktor Dr. Albert Riemann nach dem Schuljahr 1968/1969 in den Ruhestand. Die neuen Pavillons im Schulhof waren gerade ein Jahr alt und man steckte in Vorbereitung zum Ausbau eines für die damalige Zeit hochmodernen Sprachlabors. Am 27. Februar 1969 führte das Theaterensemble der Schule, an dem auch ein Teil der Klasse 13c beteiligt war, Molières "Der Bürger als Edelmann" auf - unterstützt vom Schulorchester unter der Leitung von Gymnasialprofessor Dr. Maar. Wie und ob die politischen Bewegungen von 1968 im täglichen Schulleben am Hardenberg-Gymnasium konkret geworden sind, ist eine spannende Frage an die Zeitzeugen. Dass die Infragestellung des Schulgeschehens in seiner damaligen Form und zunehmende Bemühungen um Demokratisierung von Schule in jedem Fall eine Rolle gespielt haben müssen, geht aus dem Jahresbericht des Schuljahres hervor - mit "erheblichen Erschwerungen des Unterrichts", wie es dort heißt. So dass man mutmaßlich darauf gehofft hat, dass die Reaktion des Kultusministeriums in seiner Verfügung über das Verhältnis von Lehrern, Schülern und Eltern eine "tragfähige Grundlage für gegenseitiges Verstehen und Mitarbeit" werde sein können. Die kultusministerielle Entschließung "Über das Verhältnis Lehrer - Schüler - Eltern, über die Schülermitverwaltung und über die Schülerzeitung an Gymnasien" vom 6. September 1968 wurde die Grundlage für gesetzliche Veränderungen. Sie ist im Zusammenhang mit dem später gefassten "Beschluss der Kultusministerkonferenz" vom 3. Oktober 1968 zu sehen, der Grundzüge und Strukturen der Schülermitverwaltung allgemein formuliert, die die Kultusministerentschließung für Bayern bereits inhaltlich vorweggenommen hatte. Die Struktur der Schülervertretung - Klassensprecher, Klassensprecherversammlung und Schülerausschuss - war im Wesentlichen gleich geblieben, doch wurde den Schülervertretern nun weiträumigere Rechte zugestanden. So durften innerhalb der Schülermitverwaltung freie Arbeitsgruppen eingerichtet werden, der Direktor war verpflichtet, die Schülersprecher über wichtige Angelegenheiten zu informieren, die Klassensprecher durften regelmäßig zu Versammlungen einberufen werden und der Schülermitverwaltung wurde ein eigenes Konto zugebilligt. Auch die neue Institution "Schulforum" ist aus dem damaligen Reformgedanken entstanden. In seiner Zusammensetzung aus Direktor, zwei Lehrern, drei Elternbeiratsmitgliedern und dem Schülerausschuss hatte das Schulforum lediglich beratende, aber keine Mitbestimmungsrechte. Viele sahen darin in jedem Fall einen kommunikativen Fortschritt. Der einzelne Schüler kam zu weiteren Rechten: Im Unrechtsfall wurde ihm ein Anhörungsrecht, auch beim Direktor, zugesichert. Er sollte stärker als bisher die Möglichkeit haben, den Unterricht aktiv mitzugestalten. Außerdem konnten Oberstufenschülern das Rauchen in Teilen der Schule erlaubt werden. Das Informationsrecht über mündliche Noten und das Recht auf Anhörung vor der Verhängung von Schulstrafen waren weitere Zugeständnisse an die Forderungen der Schüler. Die Schülerzeitung wurde weiterhin als Einrichtung der Schülermitverwaltung gesehen und unterstand damit der Verantwortung des Direktors. Eine Vorzensur vor Erscheinen einer Zeitung war damit anempfohlen. Am Hardenberg- und am Heinrich-Schliemann-Gymnasium wurde am 1. März 1969 das 15-jährige Bestehen der Schülerzeitung "Pennalen" gefeiert. Die Leitungen beider Schulen haben sich darauf verständigt, trotz Empfehlung durch die kultusministerielle Entschließung, weiterhin auf Zensur zu verzichten und stattdessen auf gegenseitiges Vertrauen zu setzen. Weitere Entscheidungen darüber legte Direktor Dr. Albert Riemann in die Hände seines Nachfolgers, der Oberstudiendirektor Dr. Herrmann Jäger werden sollte.
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| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 22. Mai 2010 um 15:19 Uhr |








